• Claudia Brose

#Aufmerksamkeits-Hack: Aufmerksame Meetingkultur



„Wenn wir in unserer Firma ein Meeting haben“, erzählt mir ein Freund kürzlich, „dann sitzen dort alle mit ihren aufgeklappten Laptops und checken ihre Emails (oder sonstige Infos)“.

Zuhören? Interesse? Respektvoller Umgang miteinander? Diese Aspekte sind nichts anderes als aufmerksam sein.

Die Aufmerksamkeit ist weder voll auf das Meeting gerichtet noch ganz auf die Emails (da man mit einem Ohr noch dem Meeting folgt). Die eigentliche Arbeit kann nicht fortgesetzt werden, weil sich der Mitarbeiter ins Meeting setzen muss.

Die Macht über dein Aufmerksamkeitspotenzial

Ist dir bewusst, wie du mit der Meeting Kultur deine Aufmerksamkeit von anderen abschöpfen lässt, anstatt selbst Herr über Dein Aufmerksamkeitspotenzial zu bleiben?

Ist denen, die zu einem Meeting aufrufen bewusst, wie sie ihr Mitarbeiter und Kollegen von ihrer Arbeit ablenken?

Was ist, wenn eine aufmerksame Meeting Kultur eingeführt würde?

Spitzensportler sind spitze, weil sie sich nicht ablenken lassen

Warum Profis, erfolgreiche Sportler und Experten so herausragend sind in dem was sie tun hängt nicht nur damit zusammen, dass sie unendlich viel Zeit in das Üben und Praktizieren ihres Bereiches stecken. So das gängige Argument. Der Psychologe und Wissenschaftler für „Expertise“, Anders Ericsson, untersuchte an Violine Spielern die Annahme der viel zitierten „10.000-Stunden-Üben“ Theorie. Er stellte fest, der entscheidende Unterschied zwischen mehr und weniger erfolgreichen Violine Spielern sind nicht die berühmten 10.000 Stunden praktizieren, sondern, ob die Musiker es schaffen, ihre Aufmerksamkeit beim Üben wach und fokussiert zu halten.

Absolut herausragende Leistungen komme von denen, die sich voll konzentrieren, um festzustellen, was sie weiter verbessern können. Wenn wir eine Aufgabe automatisch oder routinemäßig durchführen und währenddessen uns erlauben, unsere Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu richten, verbessern wir uns nicht. Meetings sind ineffizient, weil keiner wirklich konzentriert ist und die eigentliche Arbeit ist ineffizient, da sie durch Meetings unterbrochen werden.




Wie können Meetings viel effizienter gestaltet werden?

  • Das Meeting sollte kurz und knapp gehalten werden. Wenn es nur schnell 10 Minuten bedarf, um etwas wichtiges auszutauschen oder zu entscheiden, dann werden 10 Minuten angesetzt, in der alle voll konzentriert ihre Aufmerksamkeit auf das Meeting richten.

  • Es sollten möglichst wenige Teilnehmer in der Runde sein. Wenn 6 Mitarbeiter für 2 Stunden in einem Meeting festgehalten werden, bei dem kaum jemand zuhört und gleichzeitig Emails gecheckt werden, werden 12 Stunden produktive Arbeitszeit verschwendet.

  • Ein Meeting sollte immer gnadenlos pünktlich anfangen und nicht gewartet werden, bis alle irgendwann eintrudeln. Dann werden auch die letzten kapieren, dass sie aufmerksamer, also respektvoll mit der eigenen und der Zeit der anderen umgehen sollten und erscheinen zukünftig pünktlich.

  • Sind die richtigen Personen beim richtigen Thema im richtigen Meeting?

  • Das Meeting endet mit einer Lösung und einem Verantwortlichen für die Umsetzung. Ansonsten war das Meeting nur wieder eine Ablenkung von der eigentlichen Arbeit.

  • Äußern wir uns nicht, wenn andere Meeting Teilnehmer zu spät kommen oder nicht dazu beitragen, das Meeting zügig und fokussiert durchzuziehen, lassen wir es zu, dass diese Personen über unsere Zeit und Aufmerksamkeit verfügen.

Wir alle haben nur 24 Stunden an einem Tag und es gibt im täglichen Leben und bei der Arbeit viele Situationen und Menschen, die unsere Aufmerksamkeit, und damit unsere Zeit, stehlen.

Eine aufmerksame Meetingkultur fördert einen aufmerksamen Umgang mit sich selbst, mit den Anderen, mit den inhaltlichen Themen und vor allem trägt sie zur Veränderung der Organisationskultur bei.


Die Macht über deine Aufmerksamkeit liegt in deiner Hand

Überleg, wer sich deiner Aufmerksamkeit bedient und ob du sie eigentlich so einsetzt, dass sie dich weiterbringt, anstatt dir wertvolle Zeit und Fokus klauen zu lassen.

Es liegt in deiner Hand, ob du es zulässt, dass Situationen oder Personen dich ablenken und eine Trennung zwischen dir und deiner momentanen Tätigkeit, Denk- oder Arbeitsprozess kreieren.


photo © John McDermott

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