• Claudia Brose

Einfach freundlich sein – wie schwer kann das sein?


Vor ein paar Tagen habe ich eine sehr kurze Antwort Email erhalten. Ich empfand sie als kalt, unaufmerksam, mich schnell abhandelnd, uninteressiert. Obwohl ich eine sehr freundliche Anfrage gesendet hatte. Es ging um nichts Großartiges, aber immerhin ein Austausch mit einem neuen Ansprechpartner, mit dem wir zukünftig eine Beziehung haben und kommunizieren werden. Mich hat die E-Mail genervt und nicht kalt gelassen, da es letztendlich um menschliche Beziehungen geht und dem entsprechenden Umgang miteinander. Was noch erstaunlicher ist, dass es sich bei dem Kommunikationspartner um ein katholisches Institut handelt. Seriously? Tut Freundlichkeit weh? Ist Aufmerksamkeit ein Mangel-Verhalten? Wie oft erhalten wir eine E-Mail, die uns ärgert, weil sie unaufmerksam ist, sprich zu knapp oder zu unhöflich oder an unserem Anliegen vorbeigeantwortet? Ob vom Chef, dem Kollegen, einem Geschäftspartner oder Kunden. Die Gründe können unterschiedlich sein. Oft ist „keine Zeit!“ die Ausrede für einen unaufmerksamen Umgang, eine kurzbündige Antwort muss reichen, da es weniger Zeit kostet. Dazu kommt, dass E-Mails und zahlreiche Message Kanäle zur neuen Angewohnheit beitragen, kurzbündige, unvollständige Sätze zu schreiben. Dabei ist es doch eigentlich ziemlich einfach, Menschen wie Menschen zu behandeln, sprich auf gleicher Augenhöhe und mit Respekt. Warum passiert das oft nicht? Weil wir versuchen wollen dem anderen zu zeigen, wie wichtig wir sind, oder wo der Hase langläuft? Oder weil wir schlechte Laune haben und diese an unserem Gegenüber auslassen möchten? Vielleicht wollen wir das Gefühl vermitteln, dass wir uns eigentlich nicht mit dem Anliegen der anderen Person beschäftigen wollen, weil wir was Besseres zu tun haben und daher die Kommunikation kurz, kalt und abweisend halten? Dem Mangel an Freundlichkeit die Stirn bieten Aufmerksam sein heißt, sich bewusst einen Moment auf den anliegenden schriftlichen oder mündlichen Austausch zu konzentrieren. Langfristig gesehen bringen uns Freundlichkeit und respektvoller Umgang viel mehr. Beziehungen mit Menschen, Arbeit, Geld, Gefühlen, alles ist ein Geben und Nehmen. Letztendlich sind Geben und Nehmen ein Kreislauf, den wir im Fluss halten müssen. Wenn wir gut mit anderen Menschen umgehen, dann verhalten sie sich (in den meisten Fällen) ebenso zuvorkommend.


Right now, the world is experiencing a kindness deficit”,

schreibt die Non-Profit Organisation kindness.org auf ihrer Webseite. Die Organisation hat es sich zur Mission gemacht hat, diesen Mangel an Freundlichkeit (kindness) zu ändern. Sie untersuchen Fragen wie: Warum sind Menschen freundlich? Was hält Menschen davon ab, freundlich zu sein? Wie trägt Freundlichkeit zu einem glücklichen und erfüllten Leben bei? Was sind die besten Methoden, Freundlichkeit zu lehren?


Was also tun?

Hier sind 3 ganz einfache MiniSteps: Umso mehr wir ein Geben und Nehmen praktizieren, desto positiver gestaltet sich eine Beziehung, ob privat, geschäftlich oder im alltäglichen Umgang. Das gilt eben auch für Freundlichkeit geben und erhalten. Email Einstieg und Ausstieg Einfach nur eine E-Mail mit den Worten Danke für Ihre Email....und ein paar weiteren Worten zu starten, sollte so selbstverständlich sein, dass ich es kaum hier erwähnen möchte. (Ich mache es trotzdem, da heute nichts mehr „common sense“ oder selbstverständlich ist.) Ebenso selbstverständlich sollte eine E-Mail mit Sätzen enden wie, Ich hoffe, das hat Ihnen weitergeholfen, oder Wenn Sie noch Fragen haben sollten, melden Sie sich bitte. Das hinterlässt beim E-Mail Empfänger doch ein ganz anderes Gefühl, als wenn die E-Mail mit einem Infosatz und Mit freundlichen Grüßen drunter geklatscht, endet. Welche „Gefühle“ beim Empfänger entstehen, ist dem Absender vielleicht schnurz, aber, wie üblich, ist das wieder nur kurzfristig gedacht. Denn es entstehen Haltungen, Einstellungen und Reaktionen, die sich auf das zukünftige Verhältnis der Kommunikationspartner auswirken. Guten Morgen! Schönen Abend noch! Ein Artikel zur Stimmung am Arbeitsplatz und Leadership beschrieb, wie eine Managerin die Stimmung und das Verhalten im Team positiver und „produktiver“ gestalten wollte mit einer einfachen, sehr kleinen, aber wirkungsvollen Verhaltensveränderung. Sie achtete bewusst darauf, morgens jeden Mitarbeiter im Team zu grüßen und sich abends bei jedem zu verabschieden und einen schönen Abend zu wünschen. Entsprechend bat sie die Teammitglieder, es ihr gleichzutun und so aufmerksam zu sein, morgens und abends die Kollegen bewusst zu grüßen. Die Stimmung hatte sich dadurch merklich positiv verändert. Eine kleine Aufmerksamkeit geben Geben macht uns zufrieden und glücklich, ein Phänomen, das mittlerweile vielfach nachgewiesen wurde. Mach es dir zur Gewohnheit täglich eine kleine Aufmerksamkeit zu geben. Das kann ein Kompliment sein, eine Karte, ein ausgedruckter Spruch zur Inspiration, eine kurze WhatsApp „Hey, musste gerade an dich denken! Viele Grüße aus...“, einen Link oder Kontakt, der für den anderen von Interesse ist, an ihn senden. Eine freundliche Geste „kostet“ drei, vier Minuten, fertig. Du fühlst dich besser, und jeder Empfänger einer kleinen Aufmerksamkeit fühlt sich besser. Wir alle brauchen etwas Aufmerksamkeit. Erfreulicherweise sind Studien und Untersuchungen zu den Auswirkungen von Freundlichkeit auf unser Wohlbefinden und auf die Businesswelt zum Thema in der Wissenschaft geworden.


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Weiterführende Links


Buch: The Rabbit Effect: Live Longer, Happier, and Healthier with the Groundbreaking Science of Kindness


Organisation kindness: https://kindness.org/


Untersuchung von kindness.org zu: Does Kindness Create Happiness? Investigation the evidence that being kind can make people happier


Photo by Kevin Butz on Unsplash

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