• Claudia Brose

Einsamkeit macht krank. Der Wert realer, menschlicher Verbindungen.


Photo © John McDermott

Menschen sind darauf ausgerichtet, sich zu verbinden. Daher sind die sozialen Medien auch so verlockend. Eine einfache, schnelle, zugleich auch unverbindliche, Art und Weise sich mit anderen zu verbinden. Genau auf dieses menschliche Bedürfnis der Konnektivität bauen die digitalen Medien und Plattformen Facebook & Co. Wir verfallen dem, aber wundern uns, warum es heute so viele Menschen gibt, die sich doch alleine fühlen. Laut einer Studie (von 2018) der amerikanischen Krankenversicherung Cigna fühlen sich 47% der Amerikaner „einsam“, in dem Sinne, dass sie keine bedeutsame persönliche Interaktion im täglichen Leben haben.


Unter den Faktoren, die die verschiedenen Gruppen von „ältesten Menschen“ (hundertjährige) in fünf Regionen der Welt (auch Five Blue Zones genannt) so alt werden lässt, ist in eine Gemeinschaft integriert zu sein. Das kann Familie, Freunde oder eine lokale, sportliche oder religiöse Community sein. Sich einer Gemeinschaft zugehörig fühlen, sich auszutauschen, Aufmerksamkeit zu erhalten und zu geben trägt zu einem gesunden und glücklicheren Leben bei. Oder, anders ausgedrückt, Einsamkeit macht krank.


Freiheit gewonnen - Zugehörigkeit verloren


In der medizinischen Wissenschaft ist „Einsamkeit“ mittlerweile ein Krankheitssymptom. Eine Studie der Brigham Young University zeigt, dass Einsamkeit das Leben um fünfzehn Jahre verkürzt. Über die Dekaden betrachtet hat das Alleinsein zugenommen, da sich mehr Menschen heute scheiden lassen, sie weniger Kinder haben (betrifft die Baby Boomer Generation) und die Veränderungen der Arbeitsmöglichkeiten (Mobilität, Freelance, etc.) führen zu einer wachsenden Anzahl Alleinlebender in der Generation Z (18-22 jährigen) und unter den Millennials (23-37 jährigen).


Mit der gewonnenen Freiheit, unser Leben nach unseren Vorstellungen stricken zu können, haben wir allerdings ein Gefühl von Zugehörigkeit verloren.


Raus aus der Komfortzone – sprich mit Fremden


Wer in der Lage ist, mehr Aufmerksamkeit zu schenken, ist empathisch. Wer sich sozial isoliert fühlt empfindet weniger Empathie und neigt eher dazu, die Welt auf sich bezogen zu sehen als auf andere Menschen. Schon der Austausch mit Fremden gibt einen emotionalen Kick. Das kurze Gespräch an der Bushaltestelle, mit dem Bartender oder dem „local“ an einem fremden Ort in einer anderen Kultur – wir alle kennen solche Situationen und wie sie einen kurzweilig bereichern können. Auch hier gibt es mittlerweile Untersuchungen, die gezeigt haben, wie wohltuend selbst eine Konversation mit einem Fremden sein kann.


Schenken wir der realen, menschlichen Interaktion mit anderen, ob Fremden oder Freunden, mehr Aufmerksamkeit, beeinflussen wir unser positives Empfinden und unsere Gesundheit.


Analoge und digitale Verbindungen


Willst du deiner Zufriedenheit und Gesundheit etwas Gutes tun: Verbinde dich mit anderen - der direkte, menschliche Kontakt ist wichtig, nicht nur der Austausch im digitalen Raum.

Keine Frage, die heutigen Möglichkeiten, über Kontinente hinweg mit Freunden und Familie durch digitale Technologien in Verbindung bleiben zu können, sind eine absolute Bereicherung. Als ich Mitte der 90er Jahre in Japan lebte, war die tatsächliche und die gefühlte Distanz zur Familie und Freunden daheim ziemlich groß. Teure Telefonate, Briefe und Faxe waren die Optionen, um die Entfernung mittels Kommunikation zu überbrücken. In diesem Fall bestanden schon reale, enge Beziehungen, die nur über die Ferne, mit weniger fortschrittlichen Kommunikationsmitteln, gepflegt werden wollten.


Heute kann ich mit Freunden überall auf der Welt schnell und einfach durch die digitalen Medien in Verbindung bleiben, was eine Bereicherung ist, die ich schätze. Die Probleme auf der anderen Seite sind allerdings, dass unsere Aufmerksamkeit in der Gesellschaft heute so von den digitalen und sozialen Medien in Anspruch genommen werden, dass wir es verpassen, uns dem Wert realer, menschlicher Beziehungen bewusst zu sein.


Wirkliche Verbindungen mit Freunden und Fremden werden im wirklichen Leben geformt, geschätzt, gehalten. Zusätzlich kann die digitale Welt unsere Möglichkeiten unterstützen, diese Verbindungen „schnell zwischendurch“ oder aus der Ferne aufrecht zu erhalten.


Schenken wir also der persönlichen Interaktion mit Menschen in unserem Umfeld mehr Aufmerksamkeit und lassen uns weniger von den digitalen Verbindungskanälen ablenken.




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