• Claudia Brose

Erfolglose Unternehmen gering schätzen ihre Mitarbeiter. Hier ist, was Erfolgreiche machen




„Wenn eine Person erfolgreich sein will, sollte sie einen hohen EQ haben. Wenn sie nicht schnell verlieren will, sollte sie einen hohen IQ haben, aber wenn die Person respektiert werden möchte, sollte sie einen hohen LQ haben“, so beschreibt Jack Ma, Gründer des Alibaba Group Imperiums, seine Ansicht zum Liebes Quotient.


Wie ein Unternehmen seine Mitarbeiter behandelt wirkt sich auf das Gesamtergebnis der Unternehmensaktivität aus.


LQ bezieht sich auf die Intelligenz des Herzens. Der Liebesquotient. Es ist die Fähigkeit eines Menschen, sich selbst und anderen gegenüber freundlich und mitfühlend zu sein. Im Rahmen der Intelligenz Forschung hat sich ein Verständnis für LQ eingereiht und in gewisser Weise kann der Liebes Quotient für unsere Entwicklung und die unseres Business wichtiger sein als EQ oder IQ. LQ beginnt dort, wo Emotionale Intelligenz, EQ, endet.


Wenn wir EQ mit LQ kombinieren, können wir leichter für alle Beteiligten vorteilhafte Lösungen entwickeln, die eben nicht nur unseren eigenen, sondern auch den Interessen aller Beteiligten eines Unternehmens dienen.



Sich wirklich kümmern – ist Aufmerksamkeit schenken


Einem Mitarbeiter, Kollegen oder Business Partner seine Aufmerksamkeit zu schenken bedeutet, sich um die Person zu kümmern, sie wahrzunehmen, sie wertzuschätzen, ihr zuzuhören. Menschen sehnen sich danach, gesehen, geschätzt und mit einbezogen zu werden.


Das Outdoor Bekleidungsunternehmen Patagonia ist ein klasse Beispiel dafür, wie die Grundwerte eines Unternehmens das Engagement der Mitarbeiter anfeuert und dies gleichzeitig zu Business Erfolg führt. "Jedes Mal, wenn wir uns dafür entschieden haben, das Richtige zu tun, hat sich herausgestellt, dass es rentabler ist." Beschreibt Patagonia Gründer Yvon Chouinard.


Die Firma glaubt daran, dass Mitarbeiter nicht zwischen Arbeit und Familie entscheiden müssen. Sowohl als auch. Es geht beides. Kinderbetreuung, Mutter- oder Vaterschaftsurlaub mit absoluter Jobgarantie. Die Freiheit während des Tages einen Outdoor Sport auszuüben, wenn nun mal gerade der Schnee fiel oder die Surfwellen gut sind, dann kann man ja abends weiterarbeiten.



Lebensqualität der Mitarbeiter ist Priorität


Die kanadische Firma DLGL wird als einer von Kanadas Best-Managed-Companies angesehen und erhält über Jahrzehnte hinweg entsprechende Auszeichnungen. In diesem Unternehmen wird der Lebensqualität der Mitarbeiter viel Aufmerksamkeit geschenkt.


Wenn ein Kunde versucht, Druck auf einen Mitarbeiter auszuüben, damit etwas sofort erledigt wird, dann schaltet sich das Management ein, da dies nicht geduldet wird. Dann werden die Ressourcen umorganisiert, um den Auftrag entsprechend ausführen zu können, aber den Mitarbeitern werden weder Überstunden noch eine Einbuße an Lebensqualität abverlangt.


Wenn die Organisation so gestaltet ist, dass Mitarbeiter gerne dort sind und mit Stolz dazugehören, dann wirkt sich das auf die Art und Weise aus, wie sie ihre tägliche Arbeit angehen, die Kunden behandeln und wie lange sie in einem Unternehmen bleiben.


Bei einer niedrigen Fluktuationsrate ist das Unternehmen weitaus produktiver und effizienter und damit letztendlich profitabler.


Seinen Mitarbeitern Aufmerksamkeit zu schenken, zahlt sich also aus.



Sich besser kennenlernen


Nicht nur bei der kanadischen Human Capital Software Firma DLGL wird das sich untereinander besser kennenlernen und Teamspirit fördern großgeschrieben. Auch bei der mittlerweile weltweit operierenden Jogurt Firma Chobani hat das Miteinander, das sich-gut-kennen und sich verstehen einen hohen Stellenwert.


Am Anfang galt es, einer Pleite gegangenen Jogurt Firma wieder Leben einzuhauchen. „Indem wir zusammen die Wände gestrichen und Tag und Nacht zusammen die Firmenanlage wieder auf Vordermann brachten, haben wir uns näher kennengelernt. Wir haben aneinander geglaubt. Wir haben es zusammen herausgefunden und gemeistert“, beschreibt Hamdi Ulukaya, Gründer von Chobani, der mit mühsam aufgetriebenen Darlehen das „kaputte“ Unternehmen kaufte und zu der erfolgreichen Jogurtfirma Chobani aufbaute.


Man schweißt zusammen wie ein Sportsteam, das auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet. Man lernt die Schwächen und Stärken der anderen kennen, verschiedene Ansichten und Erfahrungen kommen zusammen und aus all dem können die innovativsten und besten Lösungen und Ideen entwickelt werden.


Hamdi Ulukaya spricht sich vehement für ein Ende des typischen CEO business Verhaltens aus und verbreitet seine Vision eines "anti-CEO playbook", das Menschen über Profit stellt.



Alle Meinungen zählen


Es gibt immer unterschiedliche Betrachtungsweisen, Erfahrungswerte und Blickwinkel. Warum diese Vielfalt in einem Unternehmen nicht nutzen, um zu neuen Ideen, Innovationen und Lösungen zu kommen?


„Es ist einfacher zu gewinnen, wenn du Leute im Team hast, die die Dinge aus verschiedenen Perspektiven sehen.“ – Jack Ma, Gründer Alibaba Group


Peter Merrett hatte ein exzellentes Team zusammengestellt zur Umsetzung von außergewöhnlichen Serviceangeboten im kommerziellen Gebäude Tower 42 in London. Bei der Suche nach Ideen wurden alle, von der Reinigungskraft bis zum höchsten Manager, um ihren Input gebeten.


So trug ein Fensterreiniger mit einer Idee bei, die umgesetzt wurde, als nach einem ungewöhnlichen Auftritt des Weihnachtsmannes für ein Weihnachtsfest für Kinder auf einer Etage im 183 Meter hohen Wolkenkratzer gesucht wurde. (Der Weihnachtsmann schwebte im Kasten der Fensterreinigung an der Glasfassade des Gebäudes winkend an den Kindern vorbei).


Jeder Input hat seinen Wert. Egal von wem. Aufmerksamkeit wird allen Mitarbeitern gegeben.



Meetings mit Wertschätzung


Für Tami Simon, Gründerin von Sounds True und Initiatorin des Programms Inner MBA, ist es wichtig, eine Kultur der Wertschätzung zu schaffen. Bei Meetings hat sie zum Beispiel eingeführt, dass jedes Meeting mit einer Dankesrunde beginnt und endet. Jeder kann in der Runde gegenüber einem Kollegen oder Teamleiter etwas ausdrücken, das er positiv bemerkt hat, etwas, für das er sich bei jemandem bedanken möchte und so weiter.


Was Tami auch als ein Ritual zu Beginn jedes Meetings startete ist “A Good Minute”. Für eine Minute sind alle erst einmal ruhig, sammeln sich, machen eine Pause, bevor das Meeting tatsächlich losgeht. Das hilft, seine Gedanken zu klären, mal tief ein und aus zu atmen und einfach einen Schritt zurückzutreten, um sich das Gesamtbild bewusst zu machen.


Wie Mitarbeiter eingebunden werden wirkt sich auf das Gesamtergebnis der Unternehmensaktivität aus.


Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ausreichend Aufmerksamkeit schenken in Form von Vertrauen, Meinung einbeziehen, Autonomie und Verantwortung können auf engagierte, zufriedene und somit produktive und loyale Mitverfechter der Organisation zählen. Dies führt zu Wachstum, Produktivität, Erfolg und Endergebnissen.


Hier reiht sich auch wieder der Liebes Quotient LQ ein. Dieser ist wie ein Rahmen für reibungslosere soziale oder kommerzielle Interaktionen. LQ ist der Funke, der eine kraftvolle und produktive Zusammenarbeit auslöst.


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