• Claudia Brose

Go Slow to Go Faster

Werde langsamer und du kreierst mehr.


photo © rawpixel on unsplash

Mit Langsamkeit und Geduld werden heutzutage negative Assoziationen ausgelöst. Sich Zeit zu nehmen oder zu Langsamkeit verdammt zu sein durch äußere Umstände ist ein ungeliebter Zustand, empfunden als „verschwendete Zeit“. Jedoch erkennen immer mehr Menschen, Unternehmen und Forscher das „Langsamer“ gerade in Zeiten der Beschleunigung eine erfolgversprechende Strategie ist.

Wer auf langsamer schaltet, ist ein besserer Zuhörer, Beobachter und Denker.

In Zeiten permanenter Beschleunigung und dem Anspruch, dass alles schneller, höher, kurzfristiger sein soll, sind wir jedoch ständig in Eile und unter Druck. Das führt zu Fehlern und wir verbringen wieder Zeit damit, diese zu bereinigen. Leicht verliert sich in der Eile der Blick auf das Wesentliche und die Fähigkeit zu fokussieren.


Weniger ist Mehr


Beim Multitasking geht nichts schneller, sondern sogar langsamer. Das Gehirn bearbeitet mehrere Aufgaben seriell, indem es zwischen den Aufgaben hin und her springt – und das verringert die Geschwindigkeit zu denken und Aufgaben zu lösen oder zu Ende zu bringen.

Bewusste Kontrolle einer Situation erfordert volle Aufmerksamkeit. Wenn wir anfangen, uns zu schnell zu bewegen, sehen wir oft nicht, was wir sehen müssen.


“Slowing down can spark richer thinking, creating, collaborating, innovating and problem solving,”

so Carl Honoré, der eine Vorreiterrolle in der Slow Movement Bewegung einnimmt.

Entschleunigen wir, nehmen wir Details und mögliche Folgeerscheinungen wahr. Wir sind dann eher in der Lage, durchdachtere Fragen zu stellen und nachzuhaken, was zu besseren Lösungen führt. Wir lernen, weniger wichtiges fallen zu lassen und mehr Fokus und Aufmerksamkeit auf die Dinge zu legen, die uns weiter bringen.


Slow Art


Beim Slow Art Day schauen sich Museumsbesucher in aller Welt Kunstwerke bewusst lange an. Normalerweise beträgt die Durchschnittszeit 20 Sekunden, die ein Museumsbesucher einem Werk gönnt. Der amerikanische Professor Arden Reed geht in seinem Buch „Slow Art“ der Kunst des langsamen Sehens auf den Grund. Dabei geht es darum, was in dem Moment passiert, wenn der Beobachter auf ein (Kunst)Objekt trifft.

Setzen wir uns länger mit einem Kunstwerk auseinander sehen wir Details, die wir vorher nicht bemerkt haben. Nehmen wir uns Zeit beim Fotografieren, beobachten wir bewusst die Landschaft, das Straßengeschehen oder einen Menschen und der Fotograf kann Details entdecken, die andere nicht sehen. Und ein mit solcher Aufmerksamkeit kreiertes Bild führt zu interessanten, spannenden Bildern.


Zeit für Tiefe


In vielen Lebensbereichen ist der Tenor des Go Slow – und die positiven Auswirkungen werden dich belohnen - angekommen. In der Businesswelt, in der Gesundheit, im täglichen Wohlbefinden. Steigerung der Stressresistenz, Kreativität, Gesundheit und Empathie sind Ergebnisse, die beobachtet werden. Barack Obama, Richard Branson oder Steve Jobs sind nicht die einzigen, die dafür bekannt sind, wichtige und produktive Treffen zu führen während sie draußen in der Natur spazieren gehen. Sich die Zeit nehmen zu gehen und tiefer in die Gespräche einzutauchen kann zu zufrieden stellenden Ergebnissen führen. (Gemäß einer von der Uni Stanford durchgeführten Untersuchung erhöht sich der kreative Output einer Person um 60 Prozent wenn die Person geht, spaziert.)


„In Zeiten der Informationsüberflutung und der beschleunigten Entwicklung neuer Technologien werden vor allem vier Fähigkeiten erfolgsentscheidend: Ruhe bewahren, Fokus setzen, Kreativität pflegen, Emotionale Intelligenz fördern.“

– schreibt Lilian N. Güntsche für das Zukunftsinstitut in Frankfurt.


Werde langsamer und du kreierst mehr.


Capture Your Moment. - Für mehr Wachsamkeit im Leben.


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