• Claudia Brose

Wie wirst Du hundert Jahre alt – oder, was ist Dein ikigai?


photo © John McDermott

Wie können wir in unserer beschleunigten Gesellschaft unser Bewusstsein für ein langfristig erfülltes Leben schärfen? Schaffen wir es in unserer Eile und dem Druck, dem wir ständig ausgesetzt sind, unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten, unser ikigai zu finden? Was ist damit gemeint?


Was treibt uns an und was macht uns zufrieden in unserem Leben? Was lässt uns motiviert und mit Energie alt werden? Eine Antwort lässt sich in Japan finden mit dem Phänomen ikigai, das sich ungefähr mit „das Glück, immer beschäftigt zu sein“ übersetzen lässt. Das kommt dem alten psychotherapeutische Konzept von Viktor Frankl nahe, der feststellte, dass Menschen am meisten motiviert und angetrieben werden von der Suche nach dem Sinn des Lebens. Im erweiterten und tieferen Sinne ist dies, was Menschen in Japan, insbesondere auf der Insel Okinawa, locker hundert Jahre alt werden lässt. Und dies mit weniger chronischen Krankheiten und Demenzvorkommen als der globale Durchschnitt.


Die Autoren des Buches Ikigai - Das japanische Geheimnis für ein langes, glückliches Leben (Ikigai - The Japanese secret to a long and happy life) gehen dem Phänomen des langen Lebens dieser Bewohner auf den Grund. Neben schnell ersichtlichen Faktoren wie gesunde Ernährung, soziale Kontakte pflegen, regelmäßig Bewegung und ein stressfreies Leben führen, gibt es eben die besondere Zutat ikigai.


Laut der Hundertjährigen auf der Insel Okinawa bringt ein klar definiertes ikigai Zufriedenheit, Glück und ein langes Leben. Ikigai beinhaltet die Idee, dass wenn du einen Sinn im Leben für dich gefunden hast, dann brauchst du dich nicht zur Ruhe zu setzen, weil du immer beschäftigt bist. Und das hält dich geistig und körperlich fit. Ikigai berührt vier Eckpfeiler im Leben: Was Du liebst (Deine Leidenschaft und Deine Mission), was die Welt braucht (Deine Mission und Deine Berufung), worin du gut bist (Kombination von Leidenschaft und Beruf) und wofür du bezahlt wirst (Kombination aus Beruf und Berufung).


Jeder hat sein persönliches ikigai....Lebenssinn. Lebensziel. Warum bin ich hier? Warum stehe ich morgens auf? Sein Warum. Seine Lebensgeister.


Körper und Geist arbeiten zusammen und um den Körper jung zu halten muss der Geist und Verstand wach und aktiv bleiben. Ein Schlüsselelement dafür ist das persönliche ikigai.


Wenn wir unsere Tage damit verbringen, uns mit dem verbunden zu fühlen, was bedeutsam für uns ist, leben wir erfüllter und zufriedener. Unser modernes Leben, gekennzeichnet durch Schnelllebigkeit der Aufgaben, Informationen, gefühlten Zeit und Ziele macht es schwieriger, unsere Aufmerksamkeit von Zeit zu Zeit auf unseren Lebenssinn, oder Warum, oder ikigai zu richten, um unsere Richtschnur zu definieren. Unsere beschleunigte Gesellschaft lenkt uns ständig davon ab.


Unser ikigai muss gar nichts großartiges sein, der eine findet sein ikigai darin, gute Eltern zu sein, oder anderen zu helfen oder ein Handwerk auszuführen. Letztendlich geht es laut ikigai und der japanischen Hundertjährigen darum, etwas zu finden, das dich beschäftigt hält, weil du es so gerne machst und du dich mit Menschen umgibst, die dich schätzen.


„Es ergibt keinen Sinn, zu leben und nichts zu tun oder zu sehen“, sagt auch die hundertjährige Französin Marie-Louise Wirth, die immer noch ihre Kneipe betreibt, in der sie seit 87 Jahren hinter der Theke steht.



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